Sammlung Boros. Berlin.

Die wohl ungewöhnlichste Privatsammlung zeitgenössischer Kunst. In einem umgebauten, ehemaligen Luftschutzbunker in Berlin-Mitte werden auf 3000 qm in 80 Räumen Teile der Privatsammlung von Christian und Karen Boros gezeigt.

Der 1942 als massive Stahlbetonkonstruktion für die Reichsbahn errichtete Luftschutzbunker sollte Passagieren und Reisenden, die sich auf dem Bahnhof Friedrichstraße aufhielten, Schutz bieten. Nach dem Krieg wurde das heute denkmalgeschützte Gebäude umgebaut und als Gemüselager benutzt und bekam den Namen „Bananenbunker“. Nach dem Mauerfall wurde es bis Mitte der 90er-Jahre als Club, später zeitweise für Ausstellungen genutzt.

Mit 24 gründete Christian Boros seine eigene Werbeagentur, mit 25 fing er an, Kunst zu kaufen. 2003 kaufte er den Bunker, um ihn für seine Sammlung zeitgenössischer Kunst umzubauen. Der Architekt Jens Casper setzte aufs Dach ein Penthouse im Stil von Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon. Hier wohnt Christian Boros mit seiner Frau Karen und seinem Sohn zwischen Designobjekten und Kunst.

„Der Bunker hatte 120 Räume ohne Licht und eine 3,60 Meter dicke Decke, die auch Bomben nicht knacken konnten, die ich aber durchbrechen wollte.“

Christian Boros

„Kunst ist gewollte Irritation. Kunst muss mir meine eigene Beschränktheit aufzeigen. Erst, wenn ich an meine Grenzen stoße, kann ich sie auch verschieben und meinen Horizont erweitern.“

Christian Boros

„Das Schöne an der Kunst ist doch, dass sie keine Seife ist. Sie nutzt sich nicht ab. Sie wird durchs Teilen nicht weniger. Es wird immer mehr. Doch es geht mir nicht um den Wert der Kunst. Kunst zu besitzen ist furchtbar langweilig, aber das, was sie bewirkt, ist unbezahlbar.“

Christian Boros

Man findet in der Sammlung Boros u.a. Künstler wie Ai WeiWei, Cosima von Bonin, Olafur Eliasson, Alicjy Kwade, Wolfgang Tillmans, Danh Vo, Dirk Bell, Thomas Ruff, Tomás Saraceno, Klara Lidén…

Credits:

Photography by TBC